Informationen zu Hilfszügeln

Es gibt verschiedene Hilfszügel, um zum einen die Haltung des Pferdes zu verbessern und andererseits unerfahrenen Reitern Hilfestellung zu geben. Doch auch die Anwendung von Hilfszügeln will gelernt sein. Das beginnt schon bei der richtigen Auswahl.

AUSBINDER

Ausbinder bringen ein Pferd dazu, im Genick nachzugeben und vertrauensvoll ans Gebiss heranzutreten. Reitanfängern geben die Ausbinder Gelegenheit, sich zunächst auf ihren
Sitz zu konzentrieren. Allerdings sollten Ausbinder nicht zu kurz verschnallt werden und
nicht länger als 45 Minuten benutzt werden, um Verkrampfungen zu vermeiden.

DREIECKSZÜGEL

Der Dreieckszügel, auch Wiener Ausbinder genannt, zeigt dem Pferd den Weg in die
Tiefe und unterstützt so unerfahrene Reiter, bietet aber im Gegensatz zum Ausbinder
keine Anlehnung.

LAUFFERZÜGEL

Die Laufferzügel auch Schlauf-Ausbinder, Longierschlaufzügel oder Pohlmannzügel
genannt, werden wie Ausbinder verwendet. Dabei bieten die Laufferzügel jedoch
verschiedene Möglichkeiten der Verschnallung.

CHAMBON

Das Chambon bringt Pferde über Druck auf Maul und Genick dazu, den Hals fallen zu
lassen. Wenn man das Pferd behutsam an das Chambon gewöhnt, wird damit die
Dehnungshaltung gefördert. Allerdings sollte das Chambon beim Longieren nur in
Verbindung mit richtig verschnallten Ausbindern verwendet werden, da das Pferd
sonst über die Schulter ausfallen kann.

STOSSZÜGEL

Die Stoßzügel verhindern, dass das Pferd mit Kopf und Hals zu hoch kommt und ermöglichen dabei seitliches Biegen beim Reiten besser als Ausbinder. Allerdings führt der Stoßzügel langfristig zu einer verstärkten Ausprägung der Unterhalsmuskulatur und kann sogar den Unterkiefer einklemmen.

SCHLAUFZÜGEL

Die Schlaufzügel verstärken die Kraft des Reiters und müssen daher gekonnt benutzt
werden. Sture oder stürmende Pferde lassen sich damit sicherer und leichter kontrollieren.

MARTINGAL

Das Martingal schützt das Maul des Pferdes vor zu harter oder unruhiger Hand des Reiters:
Der Zügelzug wirkt wie über eine Umlenkrolle immer korrekt auf Laden und Zunge statt auf
die Maulwinkel.